Katoffel und Äppel
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Katoffel und Äppel
Jezz ging ich heute morgen auffen Hof, Müll wechbringen, kommt der Ede auße Tür gelaufen. “Hömma, Ärrich”, sacht er, “hasse gelesen?” Wiewat”, sach ich, “wat soll ich gelesen haben?” “Jaaa”, sacht der, “inne Zeitung hat gestanden, dat eine vonne Grüne die Schwatten gesacht hätte, dat die ihre Aabeitslosenmaaktpolletik immer mehr in sonne Strafvollzuchspolletik umverwandeln würden.” Ich sach: “Jau, dat hab ich auch inne Zeitung.”
Da kuckt der Ede mich an und kuckt und kuckt. “Wat biss du so am kucken?” frach ich ihn. “Frach doch nich so dusselich”, meint er da, “sach doch auma wat dazu.” Weisse wat, Ede”, sach ich, “wenn ich da drübber nachdenk, krich ich schon widder Wut. Die inne Firmas sind de Aabeitsplätze am wechkürzen, ne, machen de Leute aabeitslos, und dann geen die von Aabeitsamt nach die Aabeitslosen nach Hause und kucken sich da um, dat die Aabeitslosen auch schön nix mehr haben.”
“Man, man man”, sacht der Ede, “wo soll dat denn noch enden?” Ich sach: “Ede, wo, dat weiß ich auch nich, aber wie, dat kann ich dir sagen. Dat kommt soweit, dat du als Aabeitslosen irgendwann aufpassen muss, watte am essen biss.” Da kuckt der widder und meint: “Ich versteh nich, wat du meinz.” “Ede”, sach ich, “dat is doch ganz einfach. Irgendwann kommse von Aabeitsamt für zum kontrolliern inne Wohnung, mit so ein Schämilabborant. Und dann sacht der Labborant: So, Herr Koschorrek, jezz geen wir beide ma auffen Klo. Und da musse den dann so Proben, versteße, so Proben von deine Geschäfte abliefern. Die geen dann ab im Labor.
Und wenn die dann an diese Proben feststellen: Der Herr Koschorrek hat drei Brötchen mit Vorderschinken für zum Frühstück gegessen. Weiße wat dann is? - Die Kacke am dämpfen, weil du als HaatzVier keine drei Brötchen mit Vorderschinken daafs. Drei Brötchen aufeima für zum Frühstück sind glatter Lukzus. Und dann noch mit den Schinken drauf. - Oder noch schlimmer: Du biss auffen Maakt, komms an Fischstand vorbei und da sacht die Fischtrulla zu dir: “Probiern se ma de lecker Krabben.” Und wenn du die dann probiers und in Labor finden die in deine Proben de Krabben, dann biss du sowat von fällich.” “Wieso dat denn?”, fracht mich der Ede. Ich sach: “Ede, als Aabeitslosen kannz du dir keine Krabben leisten. Und wenne die probiers, hasse dir dann selbs den Strick ummen Hals gelecht, dann hamse dich gleich an Wickel.”
“Ach du deiwel”, sacht der Ede, “da hab ich noch gaanich drübber nachgedacht. Jezz muss ich aber ganz schnell nach oben. Meine will heute Rolladen machen. Dat is ja viel zu gefährlich.” Ich sach: “Sisse Ede, gut, dat wir drübber gekwasselt haben. Sach ihr, sie soll Himmel und Erde machen. Katoffeln und Äppel sind erlaubt. Da könnse dir nix.” “Wat gibt denn heute bei euch?”, fracht er mich so. Ich sach: “Die Gundula macht heute Grützwurst als Alibi. Kann nix passiern.” “Aber Ärrich”, sacht der Ede da aufeima, “dat is aber doch noch gaanich soweit.”
Da krichte ich schon widder Wut. Ich sach: “Ede, meinze denn, die kündigen dat vorher groß an. Die steen aufeinma vodde Tür und wat dann?” Hömma, der Ede haute ganz bedröppelt ab und ich bin ersma widder nach oben. Noch eben dat eine Brötchen von gestern gefrühstückt. Trocken. Man weiß ja nie. Also, mach gut, ne.
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